Bist du glücklich?

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Neulich habe ich zufällig einen Vortrag über Glück gehört.
Jeder Mensch hat das Recht darauf glücklich zu sein, hieß es.
Aber wie und wo finden wir unser Glück?

Bist du glücklich?

Die meisten von uns bauen ihr Glück auf Säulen auf. Da ist der Job, die Beziehung, das Projekt, in das wir so viel Herzblut stecken. Auch die Rolle als Mama. Solange alle Säulen stehen, fühlt sich das Leben stabil an.
Wir sind "glücklich".

Und dann fängt etwas an zu wackeln. Ein Streit, eine Kündigung oder ein Kind, das gerade eine schwere Phase hat und plötzlich wackelt nicht nur diese Säule, sondern irgendwie wir selbst.

Glück, das von außen abhängig ist, ist instabil.

Ich habe mich in diesem Gedanken sofort wiedererkannt. Wie oft habe ich mein Wohlbefinden davon abhängig gemacht, dass alles rundläuft? Dass die anderen zufrieden sind? Dass ich gebraucht werde, dass ich funktioniere und leiste? Meine Säulen waren stark und groß.

Und dann wackelten sie. Sehr viele auf einmal, denn ich wurde Mama. Und weg war die Anerkennung für den Sport, den Job, die vielen Abende mit meinen Mädels. Die guten Gespräche beim spontanen Kaffee. War damit auch mein Glück weg?

Ich bin durch eine Zeit gegangen, in der ich eine Existenzkrise nach der anderen meistern musste, bevor ich meinen wahren Selbstwert erkennen durfte.

Auf meinem Weg half mir ein Grundsatz der gewaltfreien Kommunikation, der mein mindset grundlegend verändert hat:
Ich bin für mich verantwortlich, für die Erfüllung meiner Bedürfnisse, unabhängig von anderen Menschen, von Ort und Zeit.

Und so fing ich endlich an mich um mich zu kümmern. Meine Bedürfnisse zu erkennen und sie wieder an erste Stelle zu stellen. Das ist gar nicht so leicht, wenn man vorher locker zwei Jahre damit verbracht hat die Bedürfnisse eines kleinen Menschenwesens zu erahnen, zu verstehen, ihm alles zu ermöglichen, was in meinen Möglichkeiten lag.

Kontrovers, denn zum einen habe ich durch mein Kind verlernt mich um meine Bedürfnisse zu kümmern, zum anderen war am Ende mein Kind meine größte Motivation es wieder zu erlernen, denn ich habe verstanden:
Wenn ich mich nicht um mich kümmere, dann kann ich nicht die Mutter sein, die ich doch so gern sein möchte.

Eine Mama, die ihren Alltag mit Spaß gestaltet, anstatt ihn nur zu überstehen, eine Mama, die ihre Kinder mit voller Liebe und Freude von der Kita und der Schule abholt, weil sie sich wirklich freut sie zu sehen.
Eine Mama, die Spaghetti durch die Lippen zieht, als Aufräum-Roboter durch die Zimmer fegt und jede gesammelte Kastanie als Schatz bestaunt, wie ihr Kind selbst.

Ich leistete also neben der Erwerbstätigkeit und neben der Carearbeit auch noch die innere Arbeit.
Auf der Suche nach meinem Glück fand ich zu mir selbst.

Bis das zweite Kind kam, da ging es fast von vorne los, aber nur fast, denn ich habe mir meine Basis ja schon einmal erarbeitet und meinen Selbstwert erkannt.

Der Friede ist in mir ist mein Mantra geworden und ich bin so unabhängig glücklich wie noch nicht zuvor in meinem Leben.

Was trägt dich, wenn eine Säule wackelt?

Wir lassen unsere Säulen nicht los: Job, Beziehung, Familie, sie machen unser Leben reich.
Die Frage ist nur, ob wir unsere Basis auf ihnen aufbauen oder wir selber die Basis sind.

Deine Jill